top of page

Ukrainische Delegation für Verteidigungsinnovation zu Besuch in Deutschland: Praktische Partnerschaften für die europäische Sicherheit aufbauen

  • iborzilo
  • 22. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Im Dezember begrüßte das Deutsch-Ukrainische Büro (DUB) gemeinsam mit seinem ukrainischen Partner Defence Robotics UA eine ukrainische Delegation für Verteidigungsinnovation in Deutschland. Ziel des Besuchs war es, erfahrene Praktiker aus den Frontlinien der technologischen Kriegsführung der Ukraine nach Berlin und München zu bringen.


Zur Delegation gehörten Vertreter des legendären Da-Vinci-Wolves-Bataillons (Окремий батальйон Вовки Да Вінчі) sowie von Come Back Alive (Повернись живим), der wichtigsten privaten Organisation zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte.


Das Ziel des Besuchs war klar: direkte, praxisorientierte Austauschformate zwischen ukrainischen Verteidigungsinnovatoren und deutschen Entscheidungsträgern, Industrievertretern und Expert*innen zu ermöglichen. Ob zum Guten oder zum Schlechten – die Ukraine ist zu einem globalen Labor für Verteidigungsinnovation geworden. Technologien, die dort unter realen Gefechtsbedingungen entwickelt und erprobt werden, prägen bereits heute die Zukunft der Kriegsführung und werden die europäische Sicherheitsarchitektur über Jahrzehnte beeinflussen.


Von Loccum und Berlin bis München: Dialog zwischen Politik, Industrie und Frontlinie


ree

Der Besuch begann am 9. Dezember mit der Teilnahme an einem transatlantischen Seminar zur Ukraine, das das Deutsch-Ukrainische Büro bereits zum zweiten Mal in Folge in Partnerschaft mit der Evangelischen Akademie Loccum organisierte. Die Delegationsmitglieder beteiligten sich an Podiumsdiskussionen und Workshops zur aktuellen Lage in der Ukraine sowie zur Rolle von Innovationen im heutigen vollumfänglichen Krieg.


Anschließend wurde der Besuch in Berlin mit Treffen beim Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und im Deutschen Bundestag fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Lehren aus dem Gefechtsfeld, Realitäten der Beschaffung sowie die Frage, was Deutschland realistisch aus den ukrainischen Erfahrungen mit schneller Verteidigungsinnovation übernehmen kann.



Am zweiten Tag nahm die Delegation an einem Hintergrundgespräch beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) teil. Dort diskutierten Vertreter ukrainischer Verteidigungsunternehmen und deutsche Expert*innen, wie konkrete Kooperationen in der Praxis aussehen können – und welche regulatorischen und strukturellen Hürden noch überwunden werden müssen, um eine tiefere Zusammenarbeit zu ermöglichen.


Ein zentraler politischer Austausch folgte im Bundestag mit Marcus Röwekamp (CDU), dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses. Im Fokus standen operative Realitäten, Innovationszyklen unter Kriegsbedingungen sowie die Kluft zwischen den Bedürfnissen an der Front und traditionellen Beschaffungssystemen.


Einer der Höhepunkte des Besuchs war ein Empfang bei Quantum-Systems, das kurz zuvor das erste deutsch-ukrainische Joint Venture zur Serienproduktion von Drohnen gemeinsam mit Frontline Robotics angekündigt hatte. Das neu gegründete Unternehmen Quantum Frontline Industries vereint ukrainische Gefechtserfahrung in der UAV-Entwicklung mit deutschen industriellen Fertigungskapazitäten und ist ein greifbares Beispiel dafür, was engagierte bilaterale Verteidigungskooperation leisten kann.


Der Tag setzte sich mit einem Pressebriefing fort, bei dem Vertreter des Da-Vinci-Wolves-Bataillons und von Come Back Alive ihre Erfahrungen aus dem Gefechtsfeld mit deutschen Journalistinnen teilten. Im Mittelpunkt standen ehrliche Einschätzungen darüber, was funktioniert, was nicht – und was dringend benötigt wird. Der Berlin-Aufenthalt endete mit einer größeren Diskussionsveranstaltung, die politische Entscheidungsträgerinnen, Industrievertreterinnen, Journalistinnen und die Zivilgesellschaft zusammenbrachte.


Letzte Station: Praxisnaher Austausch in München


Die letzte Station der Delegation war München, mit einem Besuch bei Quantum-Systems, einem der innovativsten deutschen Hersteller von ISR-Drohnen. Über eine klassische Werksführung hinaus entwickelte sich ein spontaner, praxisnaher Arbeitsdialog zwischen ukrainischen Operateuren, die diese Systeme täglich im Kampfeinsatz nutzen, und den Ingenieurinnen und Entwicklerinnen, die sie konzipieren und bauen.


An Flipcharts wurden Flugmuster skizziert, Einsatzszenarien diskutiert und direktes Feedback vom Gefechtsfeld geteilt. Keine Hochglanzpräsentationen – sondern ein offener Austausch darüber, was funktioniert, was verbessert werden muss und was unter realen Einsatzbedingungen wirklich zählt. Genau in diesen Momenten entsteht Innovation: wenn praktische Erfahrung auf Forschung und Entwicklung trifft.



Eine strategische Ausrichtung der Arbeit des DUB


Der Besuch unterstreicht den wachsenden Fokus des Deutsch-Ukrainischen Büros auf Verteidigungsinnovation, sicherheitspolitische Zusammenarbeit und den direkten Austausch zwischen Praktiker*innen. Die Stärkung der europäischen Sicherheit erfordert, von der Ukraine zu lernen – nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Räume für ehrliche, direkte und technisch fundierte Gespräche zu schaffen, ist entscheidend, um Partnerschaften mit nachhaltiger Wirkung aufzubauen.


Der Besuch wurde vom Deutsch-Ukrainischen Büro gemeinsam mit Defence Robotics UA organisiert und mit Unterstützung von Quantum-Systems durchgeführt.

 
 
 

Kommentare


© 2023 by Le Cõuleur. Proudly created with Wix.com

bottom of page